• Regional auch beim Personal!

    „Für eine positive Zukunft des Tiroler Tourismus braucht es mehr Gemeinsamkeit“, sagt AK Präsident Erwin Zangerl. „Wir müssen wegkommen von falschen Schuldzuweisungen und von einer Dauerjammerei, es gäbe kein geeignetes Personal im Tourismus. Gerade in einer Branche, in der die Dienstleistung das A und O ist, sollte es unser gemeinsames Ziel sein, endlich wieder aus dieser Negativspirale herauszukommen. Auch der Ruf nach immer mehr ausländischen Arbeitskräften kann keine befriedigende Lösung sein. Dies vor allem für eine Branche, die hochqualifizierte regionale Dienstleistung anbietet.“

    „Qualität hat ihren Preis, das muss auch für die Beschäftigten im Tourismus gelten“, sagt AK Präsident Erwin Zangerl. „Die Tourismuswirtschaft investiert jährlich Millionen Euro in Ausbau und Erhöhung des Komforts von Liftanlagen und Hotels für die Gäste. Da muss man sich wundern, dass dann manche Betriebe so wenig für ihre Mitarbeiter tun. Noch beschämender ist die Tatsache, dass wir in Tirol pro Jahr mehr als 800 junge Menschen in hochwertigen Tourismusschulen ausbilden, die oft bereits nach ihrem Berufspraktikum so schnell wie möglich die Branche verlassen, weil sie dort kaum Perspektiven für ihre Zukunft sehen.“

    Zangerl: „Durch dieses Image ist der Tourismus, der gerade in Tirol in vielen Regionen eine Leitwirtschaft sein sollte, zu einer Fluchtbranche für die heimischen Mitarbeiter verkommen.

    Der Beruf des Kochs und der Servicekraft ist dann kein Mangelberuf mehr, wenn in der Hotel- und Gastronomiebranche regelmäßige Arbeitszeiten, 5-Tage-Woche, ordentliche Entlohnung und klare Dienstpläne mit berechenbaren Mehr- bzw. Überstunden geboten werden.

    Wenn immer weniger heimischen Arbeitskräfte im Tourismus arbeiten wollen, liegt das zum ganz großen Teil an den schlechten Rahmenbedingungen wie niedrige Löhne, familienfeindliche Arbeitszeiten und schlechte Weiterbildungs- und Aufstiegschancen und vor allem an den in vielen Betrieben fehlenden verbindlichen Dienstplänen. Durch die geplante Verkürzung der Ruhezeiten dürften sich die Rahmenbedingungen sogar noch verschlechtern“, so der AK Präsident.

    „Ich begrüße und unterstreiche die Aussagen von WK-Obfrau Martina Entner und TVB-Obmann Alfons Parth: Gute Betriebe wissen längst, dass die Qualität eines Restaurants oder Hotels vor allem von der Qualität der Mitarbeiter abhängt. Wer hier investiert, wird langfristig Erfolg haben“, so der AK Präsident.

    Zangerl: „Wenn es dem Tourismus Ernst ist mit gut ausgebildeten, einheimischen Mitarbeitern, dann schlagen wir eine gemeinsame Tiroler Fachkräfte-Initiative für den Tourismus vor. Dazu gehört auch, Feindbilder abzubauen und Lösungen zu finden.“