Mehr als 328.000 Beratungen und über 16 Mio. Euro für Tirols Beschäftigte erkämpft
Nicht unkommentiert lässt AK Präsident Erwin Zangerl die jüngsten Aussagen der Neos in Sachen Arbeiterkammer. „Man muss schon staunen, wie ein Abgeordneter Äpfel mit Birnen vergleicht, um die AK als Interessenvertretung und Schutzhaus von mehr als 300.000 Tiroler Beschäftigten ins schiefe Licht zu rücken. Der Hintergedanke dabei ist ganz klar. Mit dem plumpen Angriff auf die Arbeitnehmervertretung wollen die Neos die AK und damit die Rechte der Beschäftigten schwächen.“
Der AK Präsident: „Die AK ist dieser Gruppierung aber auch deshalb ein Dorn im Auge, weil sie sich gegen den grenzenlosen Neoliberalismus stellt und sich stattdessen für eine solidarische Gesellschaft einsetzt – und sich vor allem stark macht für die Rechte der Beschäftigten.
Durch den Mitgliedsbeitrag finanzieren sich die Beschäftigten ihre Arbeiterkammer zur Gänze selbst und sind auf keine öffentlichen Mittel angewiesen. Wir verwenden die Mittel sparsam und effizient, wir veröffentlichen unsere Bilanzen und werden mehrfach geprüft. Nicht umsonst genießen die Arbeiterkammern das höchste Vertrauen und die größte Kompetenz in der Bevölkerung – ganz im Gegenteil zu den Parteien. Über deren millionenschwere Finanzierung durch Steuergelder schweigt sich der Herr Abgeordnete ja aus.
Wenn sich der Neos-Nationalrat auf die Entwicklungen von 2004 bis 2014 bezieht, und die gestiegenen Personalkosten thematisiert, dann sollte er zumindest fairerweise dazu sagen, dass in diesem Zeitraum die Brutto-Löhne in Tirol um 42 % (ohne Inflation) gestiegen sind und die Zahl der Beschäftigten um 19 %.“
Zangerl: „Wer nicht weiß, was in den letzten zehn Jahren in der Arbeitswelt geschehen ist, kann sich nur im geschützten Bereich des Parlaments befinden und keine Ahnung von den Problemen der Beschäftigten haben. Die Stichworte dazu: Wirtschaftskrise, Kurzarbeit, Bankenrettung, Rekordarbeitslosigkeit. Die Hilfestellungen für die Betroffenen kamen allesamt von der AK und nicht von den Parteien. Die AK wird seither regelrecht gestürmt. In den zehn Jahren wurde das Angebot massiv erweitert, um die Nachfrage der AK Mitglieder decken zu können. Eine eigene Wohn- und Mietrechtsberatung wurde geschaffen, das Betriebsservice für die Betriebsräte und für Krisenintervention in den Betrieben eingeführt. Gleichzeitig fand eine großangelegte Regionalisierungsoffensive in den Bezirken statt. Mit den mehr als zwei Mio. Euro an Direktförderungen für Bildungs- und Ausbildungsbeihilfen und dem Unterstützungsfonds, sowie den RückenwindProjekten, den Nachhilfe- und Ferienaktionen und mehr als 120 Informationsreihen in allen Bezirken pro Jahr, ist die AK bei den Mitgliedern wichtiger denn je. Mehr als 98 Prozent sind mit den Leistungen höchst zufrieden, das zeigen die jüngste Kundenbefragung und das laufende Monitoring unter den Tiroler AK Mitgliedern.“
Der AK Präsident: „Was den mehr als 300.000 Tiroler Beschäftigten im Alltag so widerfährt, spiegelt die Bilanz der AK Tirol alleine fürs vergangene Jahr mit insgesamt 328.980 Beratungen wider. Rund ein Drittel davon, nämlich 105.000, betraf das Arbeitsrecht, 65.760 entfielen auf den Konsumentenschutz, weitere 47.760 auf das Sozialrecht, knapp 20.000 auf das Miet- und Wohnrecht und noch einmal so viele zu Steuerfragen. Allein 27.000 Anfragen betrafen persönliche Schicksalsschläge, die im AK Unterstützungsfonds betreut werden. Täglich finden in der AK Tirol im Schnitt 1.300 Beratungen in Innsbruck und in den Bezirken statt! Und leider bedurfte es in tausenden Fällen einer Intervention durch die AK Experten oder unseres Rechtsschutzes für die Klage bei Gericht, damit AK Mitgliedern zu ihrem Recht verholfen werden konnte. Unterm Strich erkämpfte die AK Tirol 2015 mehr als 16,2 Millionen Euro für Betroffene. Ganz zu schweigen von den zig Millionen Euro, die sich die Mitglieder durch prophylaktische Beratung erspart haben. Auch diese Zahlen haben sich innerhalb von zehn Jahren um mehr als ein Drittel erhöht! Hinter der Personalaufstockung stehen also ganz elementare Bedürfnisse für die Arbeitnehmer.
Vielleicht reagieren die Neos ja auch nur deshalb so empfindlich auf unsere Leistungen, weil sie gesehen haben, welche Kraft die mehr als 3 Millionen Arbeitnehmer in ganz Österreich haben können, wie etwa mit unserem Erfolg bei der Lohnsteuersenkung!“ Zangerl abschließend: „Es braucht die AK mehr denn je, als starkes Schutzschild, als schlagkräftige Einsatztruppe, wenn Unrecht geschieht, ganz egal in welchen Bereichen des Lebens, ob im Arbeitsalltag, als Konsument, Mieter oder Steuerzahler. Damit ist die AK auch Schutzgemeinschaft für die Mehrheit der rechtschaffenen Unternehmer in unserem Land.“
