• AK präsentiert erstmals Studie zu Ferialjob, Pflichtpraktikum & Co.

    „Endlich Ferien!“ freuen sich Tirols Schülerinnen und Schüler. Und viele tauschen das Klassenzimmer gleich gegen Supermarkt, Gastronomiebetrieb, Souvenir-Geschäft etc.

    Jedes Jahr verdienen sich tausende Schüler mittlerer und höherer Schulen mit einem Ferialjob etwas dazu, andere bessern sich ihr Taschengeld das ganze Jahr über neben dem Schulbesuch als geringfügig Beschäftigte auf. Allein 2014 arbeiteten rund 20.000 Tiroler Schüler zumindest kurzzeitig gegen Bezahlung. Und damit ist die AK Tirol auch ihre Interessenvertretung, die sich für die Anliegen der Jugendlichen einsetzt.

    Wie wichtig dies ist, zeigt nun erstmals eine Studie zu Ferialjob und Co., die vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung (ÖIBF) im Auftrag der Arbeiterkammern Tirol, Kärnten und Steiermark durchgeführt wurde und erstaunliche Ergebnisse brachte.

    Motive. So arbeitet die Hälfte aller Schüler der sogenannten Sekundarstufe ausschließlich in den Ferien, 5 % nur während der Schulzeit und 13 % sowohl während der Schulzeit, als auch in den Ferien. Geld verdienen, Spaß und Interesse an der Tätigkeit stehen laut Studie bei der Motivation an erster Stelle. Bei Ferialarbeitern geht es zunehmend aber auch um das Sammeln praktischer Berufserfahrung.

    Branchen. Bei den Ferialjobs überwiegen Hilfstätigkeiten und Büroarbeit (je 20 %) sowie Gastronomie (17 %). Weniger arbeiten über den Sommer im Handel (7 %) oder als Babysitter (5 %). Jugendliche, die während der Schulzeit arbeiten, tun dies in erster Linie in der Gastronomie (27 %), in einfachen Hilfstätigkeiten und Handel (je 11 %), als Babysitter (9 %) und im Büro (6 %).

    Interessant ist, dass Jobs für Schüler meist nicht über AMS und Internet-Plattformen vermittelt werden, sondern über Bekannte und Verwandte: Dies trifft auf drei Viertel aller Jobs während der Schulzeit bzw. zwei Drittel der Ferialjobs zu.

    AK Kritik. „Aber offensichtlich hapert es immer wieder bei so manchen Grundvoraussetzungen für ein geregeltes Arbeitsverhältnis, etwa bei der Anmeldung zur Sozialversicherung und bei schriftlichen Vereinbarungen“, verweist AK Präsident Erwin Zangerl auf wenig erfreuliche Details. So weiß nur die Hälfte aller während der Schulzeit arbeitenden Schüler verlässlich, bei der Sozialversicherung angemeldet zu sein. Bei den Schülern, die während der Ferien arbeiten, wissen dies zwei Drittel.

    Für die AK Tirol sind diese Angaben ebenso alarmierend, wie die Tatsache, dass schriftliche Vereinbarungen leider nicht die Regel sind. Nur 38 % der arbeitenden Jugendlichen verfügen über Arbeitsvertrag, Dienstzettel o. ä.

    Verdienst. 12 % werden mit mehr als 10 Euro pro Stunde entlohnt, 51 % erhalten zwischen 6 und 10 Euro, 13 % weniger als 6 Euro.

    Pflichtpraktikum. Auch Pflichtpraktikanten wurden befragt. Hinsichtlich Bezahlung, Tätigkeiten und Betriebsklima war ihr Urteil überwiegend positiv. Doch 29 % fiel es schwer, einen Platz zu finden. Bei Schülern berufsbildender höherer Schulen betraf dies 33 %. 75 %, die bestätigen, im Praktikum viel gelernt zu haben, stehen 25 % gegenüber, bei denen dies wenig oder gar nicht der Fall war, bei berufsbildenden mittleren Schulen sagten dies sogar 36 %!

    Junge kennen die AK. 83 % der befragten Tiroler waren die Tätigkeitsbereiche der Arbeiterkammer zumindest ein wenig bekannt, nur 14 % kannten sie gar nicht. Dabei gaben 85 % an, großen Informationsbedarf zu haben, gerade zu klassischen Themen, wie Bezahlung, Arbeitszeit und Arbeitnehmerrechten.

    Bei Fragen helfen die Experten der AK Jugendabteilung unter 0800/22 55 22 – 1566. Infos finden Interessierte in den kostenlosen AK Broschüren „Arbeiten in den Ferien“ und „Pflichtpraktikum im Hotel- und Gastgewerbe“, anzufordern unter 0800/22 55 22 – 1580 oder herunterzuladen auf ak-tirol.com