• AK Betriebsräte-Kolleg geht am Innsbrucker Seehof in die 2. Runde

    Die Vorgänge rund um den Verkauf der Handelskette bauMax zeigen es deutlich: Gibt es im Unternehmen keinen Betriebsrat, hängen die Beschäftigten meist in der Luft. Denn da sind keine Belegschaftsvertreter, die frühzeitig für ihre Rechte eintreten, sie mit Informationen versorgen oder für die von Kündigung Betroffenen einen Sozialplan mitverhandeln… Umso wichtiger ist es, den 6.000 Betriebsräten und Personalvertretern in Salzburg, Vorarlberg und Tirol in einem 13wöchigen Lehrgang eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen: Mit dem AK Betriebsräte-Kolleg ab 14. September 2015 im AK Bildungshaus Seehof auf der Innsbrucker Hungerburg.

    Recht, Wirtschaft und soziale Kompetenz. So lauten die drei großen Schwerpunkte beim AK Betriebsräte-Kolleg, das nach dem Riesenerfolg vom Vorjahr am 14. September mit 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Innsbrucker Seehof heuer erneut beginnt.

    Von der hochkarätigen Ausbildung profitieren Teilnehmer aus Salzburg, Vorarlberg und Tirol, die Beschäftigte in den verschiedensten Branchen vertreten – von Handel, Transport, Verkehr und Logistik über Maschinenbau und holzverarbeitende Industrie bis hin zu Sozialeinrichtungen, NGOs, EDV oder Dienstleistungsunternehmen.

    Die Vorteile des Spezial-Lehrganges:

    • Experten von Universität Innsbruck, Fachhochschule Salzburg und AK sowie Wissenschaftler und Gastreferenten vermitteln die wesentlichen Inhalte.

    • Die Teilnehmer müssen für den Besuch einer solchen intensiven Ausbildung nicht mehr auf Restplätze in Ostösterreich hoffen und dafür stundenlange Anreisen in Kauf nehmen.

    • Der Lehrgang ist gleichzeitig auch eine tolle Chance, sich mit den Experten und anderen Teilnehmern zu vernetzen.

    • Mit dem Abschluss des Lehrganges erhalten die Teilnehmer auch die Studienberechtigung für das Wahlfach Recht an Universitäten.

    • Und nicht zuletzt resultiert daraus, dass gut ausgebildete Betriebsräte als gewählte Funktionäre die Interessen ihrer Kollegen in Arbeiterkammer und Gewerkschaften vertreten.

    „Die Zeiten werden rauer, wir erleben das täglich. Deshalb ist es besonders wichtig, den Betriebsräten das notwendige Rüstzeug für ihre harte Arbeit in den Betrieben mitzugeben“, betonen die drei AK Präsidenten Hubert Hämmerle (AK Vorarlberg), Siegfried Pichler (AK Salzburg) und Erwin Zangerl (AK Tirol). „Denn ihnen stehen als Ansprechpartner meist Anwälte oder top-geschulte Manager gegenüber. Um da in Verhandlungen das Beste für die Mitarbeiter herauszuholen, braucht es neben einer gesunden Portion Selbstvertrauen vor allem auch fundierte Kenntnisse!“

    Präsident Siegfried Pichler, AK Salzburg: „Arbeitnehmer in Betrieben, in denen es einen Betriebsrat gibt, sind zufriedener. Das zeigt regelmäßig unser Arbeitsklima-Index. Die Beschäftigten verdienen mehr und erhalten bessere Sozialleistungen. Betriebsräte sind das Rückgrat der Arbeitnehmervertretung. Sie sind Garant für demokratische Mitbestimmung im Betrieb. Da ist es unser Auftrag, dass sie die beste Ausbildung erhalten, denn davon haben alle Kollegen etwas.“

    Präsident Hubert Hämmerle, AK Vorarlberg: „Mit dem Betriebsräte-Kolleg haben die Arbeiterkammern Salzburg, Tirol und Vorarlberg eine Institution für die Weiterbildung von Betriebsräten geschaffen. Mit dem vermittelten Wissen sind die Kolleginnen und Kollegen in der Lage, mit der Arbeitgeberseite auf Augenhöhe zu verhandeln.“

    Präsident Erwin Zangerl, AK Tirol: „Auf Betriebsräte kommen immer größere Herausforderungen zu. Diese fundierte Ausbildung ist eine gute Basis, um in den Unternehmen bestehen zu können. Und wir sind froh, dass wir sie den Interessenten aus den westlichen Bundesländern in Innsbruck ermöglichen können.“

    Hintergrund

    Betriebsräte sind für die AK die wichtigsten Partner im Unternehmen und werden deshalb mit Rat und Tat unterstützt. Schließlich setzen sie sich in den Betrieben für die Rechte und Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen ein und können sie gezielt informieren.

    Weil auch hier Weiterbildung der Schlüssel zum Erfolg ist, bieten die Arbeiterkammern in Vorarlberg, Salzburg und Tirol seit Jahren jeweils separat sehr erfolgreich ein- bis dreitägige Seminare an.

    Spezial-Lehrgänge waren bis 2014 nur in anderen Bundesländern möglich, etwa an der Grazer Otto-Möbes-Akademie oder in der Betriebsräteakademie in Hirschwang (NÖ). Und auch nur, wenn Restplätze zur Verfügung standen, denn grundsätzlich sind die Angebote für Betriebsräte und Personalvertreter aus dem jeweiligen Bundesland gedacht.

    Dies alles waren Beweggründe, um das AK Betriebsräte-Kolleg für Betriebsräte aus Salzburg, Vorarlberg und Tirol zu initiieren und ihm am Seehof auf der Innsbrucker Hungerburg eine Heimstätte einzurichten. Der Vollzeit-Lehrgang, der heuer 13 Wochen dauert, ist konzipiert für Arbeitnehmervertreter, die im Betriebsrat als Vorsitzende, deren Stellvertreter oder strategisch wichtige Mitglieder tätig sind und eine entsprechende Vorbildung aufweisen.

    Im Mittelpunkt stehen Arbeits- und Sozialrecht, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Kommunikations- und Rhetoriktraining, Strategien zur Konfliktlösung sowie Durchsetzung und Verhandlungstraining.

    Träger des AK Betriebsräte-Kollegs ist der Verein biwest (Verein zur Förderung der Aus- und Weiterbildung von ArbeitnehmerInnen). Mitglieder dieses Vereins sind die Arbeiterkammern Salzburg, Vorarlberg und Tirol, die in Vorstand und Generalversammlung durch ihre Präsidenten und Direktoren vertreten sind.

    Die Kosten des Lehrgangs tragen die Arbeiterkammern Salzburg, Vorarlberg und Tirol. Alle Infos, auch zu den Lehrgängen gibts auf www.ak-tirol.com

    Zahlen & Fakten

    In Salzburg, Vorarlberg und Tirol stellen sich derzeit insgesamt rund 6.000 Betriebsräte sowie Personalvertreter tagtäglich der Herausforderung. Mehr als 1.300 tun dies als Vorsitzende dieser Gremien.

    Und es gibt viele gute Gründe, warum ein Betriebsrat wichtig ist:

    1. Verzicht auf einen Betriebsrat bedeutet Verzicht auf Mitsprache und auf wichtige Arbeitnehmerrechte.

    2. Der Betriebsrat überwacht die Einhaltung von Gesetzen und Kollektivverträgen.

    3. Er hat ein Mitspracherecht bei Kündigungen.

    4. Interessenausgleich und Sozialplan bei Personalabbau sind nur mit Betriebsrat möglich!

    5. Der Betriebsrat schützt vor Überwachung,

    6. mit ihm erhalten Beschäftigte viel mehr Informationen.

    7. Er kann bei Betriebsurlaub, Arbeitszeitmodellen etc. mitbestimmen.

    8. Nur mit einem Betriebsrat können Betriebsvereinbarungen verhandelt werden.

    9. Aufgrund seiner Tätigkeit ist er vor Kündigung geschützt und hat Anspruch auf Schulungen.

    10. Auf Wunsch ist er bei jedem Gespräch dabei und kann

    11. Sanktionen überwachen

    Obwohl gesetzlich dazu verpflichtet, haben längst nicht alle Betriebe einen Betriebsrat. Aus Erfahrung der AK Experten wäre es jedoch speziell in Branchen, wie Gastgewerbe oder Handel höchst notwendig, Betriebsräte einzurichten. Aber gerade dort stellen sich Betriebsratsgründungen wegen saisonaler Beschäftigung, Filialstruktur und hoher Mitarbeiterfluktuation als äußerst schwierig dar.