• Wo bleiben die Steuerentlastung und die Abschaffung der Kalten Progression?

    Die Kalte Progression ist jene Erhöhung, die zustande kommt, weil die Löhne zwar jährlich steigen, die für die Lohnsteuer maßgeblichen Einkommensgrenzen aber gleichbleiben. Damit rücken von Jahr zu Jahr immer mehr Beschäftigte in höhere Steuerklassen vor. Ihr Gehaltsplus geht an den Finanzminister. Gemeinsam mit der guten Wirtschaftslage sorgt die Kalte Progression dafür, dass das Steueraufkommen im ersten Halbjahr 2018 überdurchschnittlich sprudelt.

    „Die Arbeitnehmer zahlen wieder einmal den Löwenanteil aller Steuern in Österreich. Wenn die Regierung schon dauernd das Wort Leistungsträger strapaziert, dann sollen auch endlich diejenigen zum Zuge kommen, die dafür sorgen, dass Konjunktur und Steuereinnahmen so üppig ausfallen“, so Zangerl. „Wenn nicht rasch etwas zur Abschaffung der Kalten Progression unternommen wird, dann verpufft die Steuerreform 2016, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass Österreich einen derart starken Wirtschaftsaufschwung genommen hat. Im Übrigen muss die Regierung daran erinnert werden, dass sie jetzt die Konjunkturfrüchte dafür erntet, dass Arbeiterkammer und ÖGB 2015 so massiv eine Lohnsteuersenkung gefordert und diese auch dann 2016 erreicht haben. Was für eine Wählertäuschung, wenn die türkis-blaue Bundesregierung die Bürger jetzt nicht entlastet, sondern lieber bis zur nächsten Wahl zuwarten will, um dann ein Wahlzuckerl zu verteilen.“

    Der AK Präsident abschließend: „In der Schweiz passen sich die Steuertarifstufen bereits jährlich an die Inflation an, in Schweden sogar an die Reallohnentwicklung. Aber was in anderen Ländern längst umgesetzt wurde, ist bei den Regierungspartnern noch nicht angekommen. Die AK Tirol fordert seit Jahren die Abschaffung der kalten Progression, zuletzt auch mit Unterstützung der Mitglieder, und damit eine automatische Steuerentlastung für alle.“