• AK fordert: Ganzjahresbetriebe gehören vom Land unterstützt!

    In der Hochsaison beschäftigen Tirols Tourismusunternehmen tausende Arbeitnehmer, doch die Nebensaion sieht weit weniger rosig aus: Hier arbeiten meist „Rumpfmannschaften“ in den Betrieben, sofern nicht ohnehin geschlossen wird. Die Auswirkungen dieser Praxis sind bedenklich, denn dadurch werden Saisonsarbeitskräfte beim AMS teils mit (Wieder)-Einstellungszusagen angemeldet und damit „zwischengeparkt“. Unternehmerische Risiken bzw. Personalkosten werden so auf die Allgemeinheit abgewälzt. Doch nicht nur sie wird zur Kasse gebeten, auch die Saisonarbeitnehmer tragen die Kosten, denn sie müssen neben Gehaltseinschnitten aufgrund der unterbrochenen Erwerbssituation auch Einbußen bei den Pensionsansprüchen hinnehmen.

    Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, fordert die AK ein Umdenken in der Förderpraxis des Landes. So sollen in erster Linie Betriebe unterstützt werden, die ganzjährig tätig sind bzw. Ganzjahresarbeitsplätze anbieten. Denn obwohl das Land zahlreiche Förderungen im Bereich Wirtschaft zur Stärkung der Betriebe vergibt, werden sozialpolitische Ziele bei der Fördervergabe zu wenig beachtet. Dazu zählt auch die Stabilisierung der Erwerbssituation von Saisonarbeitnehmern, obwohl diese einen maßgeblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und Standort leisten.

    Stärker anpassen. Zwar ist in den Förderrichtlinien zum Impulspaket Tirol ein erster Ansatz zu erkennen, Investitionsförderungen an geschaffene Arbeitsplätze zu binden, allerdings müssen diese Ansätze auf alle Förderrichtlinien ausgeweitet und kontrolliert werden. Deshalb fordert die AK die Landesregierung auf künftig jene Betriebe zu fördern, die sich um Schaffung und Beibehaltung von Ganzjahresarbeitsplätzen bemühen. Betrieben, die Arbeitnehmer in der Zwischensaison beim AMS melden, soll die Inanspruchnahme von Landesförderung wesentlich erschwert werden.