• Kaffee-Test mit erfreulichem Ergebnis

    Wer kennt sie nicht, die Tasse Kaffee am Morgen, die die Lebensgeister wecken soll? Seine anregende Wirkung ist seit Jahrhunderten bekannt, kein Wunder also, dass Kaffee zu einem der weltweit am häufigsten konsumierten Getränke zählt. Doch Kaffee ist nicht immer gleich Kaffee (siehe Hintergrund): Die zwei bedeutendsten Kaffeesorten sind Arabica-Kaffee und Robusta-Kaffee, wobei besonders 100%-Arabica-Kaffee in der Regel hohe Qualität und feinen Trinkgenuss verspricht. Doch die Unterscheidung ist für den Laien nicht einfach. Vor allem bei gemahlenem Kaffee lässt sich kaum erkennen, ob es sich tatsächlich um hochwertigen Arabica-Kaffee handelt, oder ob Robusta-Kaffee untergemischt wurde. Grund genug für die AK Konsumentenschützer, um Arabica-Kaffee genauer unter die Lupe zu nehmen und zu testen, ob getrickst wurde oder nicht. In acht Supermärkten in Innsbruck und Umgebung wurden dazu stichprobenartig 16 Kaffee-Proben gekauft. Ausgewählt wurde nur Kaffee, der laut Kennzeichnung zu 100% aus Arabica-Kaffee besteht. Gekauft wurden zudem ganze Bohnen und bereits gemahlener, vakuumverpackter Kaffee.

    Positive Überraschung. Das Ergebnis fiel insgesamt durchaus erfreulich aus: Die Mehrzahl der Proben bestand tatsächlich aus 100%-Arabica-Kaffee. Lediglich zwei Proben fielen negativ auf: So wurde beim „Espresso Bar Italia Grande Selezione, ganze Bohne“ von Hofer festgestellt, dass der Kaffee nicht – wie ausgezeichnet – aus 100%-Arabica-Bohnen bestand, sondern Robusta-Bohnen enthielt. Damit war auch hier die Bezeichnung nicht korrekt und somit irreführend für den Konsumenten. Auch die Probe „Maya D’Oro, gemahlen“ von Billa zeigte, dass der Kaffee nicht – wie ausgezeichnet – aus 100%-Arabica-Bohnen bestand, sondern Robusta-Bohnen enthielt. Damit war auch hier die Bezeichnung nicht korrekt und somit irreführend für den Konsumenten.

     

    Mogelpackungen aussortieren. Wenngleich 100%-Arabica eine reine Inhaltsangabe ist, verspricht diese Auslobung dennoch grundsätzlich hohe Qualität. Produktbezeichnungen und ausdrückliche Angaben auf der Verpackung müssen in jedem Fall eingehalten werden. Konsumenten haben einen Anspruch darauf, zu erhalten, was sie kaufen. Das gilt vor allem dann, wenn es wesentliche qualitative – aber auch preisliche – Unterschiede zwischen den Sorten gibt – die Angaben auf der Verpackung müssen der Wahrheit entsprechen. Denn gemäß der Lebensmittelinformationsverordnung dürfen Informationen über Lebensmittel nicht irreführend sein, insbesondere in Bezug auf Art, Identität, Eigenschaften, Zusammensetzung, Menge, Haltbarkeit, Ursprungsland oder Herkunftsort und Methode der Herstellung oder Erzeugung. Da die Angabe „100%-Arabica-Kaffee“ bei den beiden oben genannten Proben jedoch irreführend war, wurde die zuständige Behörde über die irreführenden Produktbezeichnungen informiert. Außerdem wurden sowohl Billa als auch Hofer zur Stellungnahme und Überprüfung aufgefordert.

    Reaktion: Die Hofer KG hat den Produzenten des betroffenen Produkts über die Beanstandung informiert und zusätzlich eine Untersuchung des Rückstellmusters zur beanstandeten Charge beauftragt, dabei konnten laut Fa. Hofer keine derartigen Abweichungen festgestellt werden. Die Qualitätssicherung des Herstellers hat zudem den gesamten Produktionsprozess durchleuchtet und zugesichert, dass regelmäßige ausführliche Laboranalysen durchgeführt werden und strenge Hygienestandards bei der Produktion herrschen um den Qualitätsstandart der Produkte zu halten. Sämtliche Produktionsleitungen wurden nachkontrolliert um allfällige Rückstände und Kreuzkontaminationen auszuschließen.

     

    Intensive Preisgestaltung. Die Überprüfung nach der Sortenreinheit macht nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus finanztechnischen Gründen Sinn, wird Arabica-Kaffee doch wesentlich teurer gehandelt, als beispielsweise Kaffee-Mischungen mit hohem Robusta-Kaffeeanteil. Auffallend war hier, dass die Preise pro Kilogramm Arabica-Kaffee stark divergierten. Den billigsten gemahlenen Kaffee kauften die Konsumentenschützer bei Hofer (Hofer, Der Feine premium) mit

    € 7,58/kg, den teuersten bei Spar (illy, Espresso smooth taste ground coffee medium roast) um € 35,56/kg. Damit war dieser Kaffee fast fünf Mal so teuer!

    Die billigsten Kaffeebohnen im Ganzen gab es bei M-Preis (Jeden Tag, caffè crema) zum Aktionspreis von € 6,99/kg, die teuersten bei Spar (illy, Espresso Gusto, morbido, smooth taste, coffee in grani) um € 35,56/kg – ein Unterschied von 409%!

     

    Hintergrund. Arabica-Kaffee (coffee arabica) und Robusta-Kaffee (coffee canephora robusta) zählen zu den bedeutendsten Kaffeesorten. Doch vor allem bei gemahlenem Kaffee lässt sich kaum erkennen, ob es sich tatsächlich um hochwertigen Arabica-Kaffee handelt, oder billiger Robusta-Kaffee untergemischt wurden. Aber auch bei ganzen Bohnen ist die Unterscheidung nicht ganz einfach:

    Die Arabica-Bohne hat eine eher ovale Form und einen ungeraden, schmalen Schnitt. Arabica-Kaffee schmeckt weniger bitter und ist aufgrund des geringeren Chlorogensäuregehaltes magenverträglicher und bekömmlicher als Robusta-Kaffee. Arabica-Kaffee ist empfindlicher gegenüber klimatischen Bedingungen und Schädlingen und wächst auf einer Höhe von circa 600 bis über 1000 Meter und wird daher häufig als Hochlandkaffee bezeichnet. Arabica-Kaffee wird zu einem deutlich höheren Preis gehandelt.

    Die Robusta-Bohne ist dagegen kleiner und runder mit einem geraden, breiten Schnitt. Die Robusta-Pflanzen sind wesentlich resistenter in Hinblick auf Schädlingsanfälligkeit und Temperaturschwankungen, Robusta-Kaffee wächst auf Höhen von ungefähr 300 bis 600 Meter, weshalb er eher als Tieflandkaffee bezeichnet wird.

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