• Eine Wiedereinführung des Kinderregresses ist indiskutabel

    „Höchst bedenklich“ ist für AK Präsident Erwin Zangerl der Vorstoß von Gemeindeverbandspräsident Schöpf in Sachen Kinderregress: „Es war der Verdienst der AK Tirol, dass dieser massiven finanziellen Belastung für die Arbeitnehmerfamilien endlich auch in Tirol ein Ende gesetzt wurde“, betont Zangerl und stellt anderslautende Meldungen richtig: „Die Abschaffung des Kinderregresses war nicht etwa ein ,Fehler‘ im Nationalratswahlkampf, sondern unser Erfolg bei den Landtagswahlen 2008!“

    Ganz besonders ärgert Zangerl, wenn die seither gestiegenen Ausgaben für die Pflege und Betreuung unserer älteren Mitmenschen völlig unreflektiert kritisiert werden: „Der Anstieg belegt doch vor allem, unter welchem Druck viele Angehörige vorher gestanden sind, weil sie sich die Kosten nicht leisten konnten.“

    Zangerl: „Pflegebedürftigkeit ist wie eine Krankheit zu sehen, und dementsprechend ist es auch Aufgabe der öffentlichen Hand, für die beste Versorgung der Betroffenen zu sorgen. Angesichts der hunderten Millionen, die als Förderungen an Wirtschaft und Bauern fließen, ist die Diskussion über die (von 120 auf 149 Millionen Euro) gestiegenen Kosten in der Altenpflege geradezu lächerlich. – Noch dazu, wo zuvor über Jahre die familiären Strukturen zerstört wurden: Alle müssen arbeiten, damit sie sich das Leben überhaupt noch leisten können. Außerdem ist es in den oft beengten Wohnungen gar nicht mehr möglich, pflegebedürftige Angehörige im Familienverband zu betreuen.

    Für Zangerl steht fest: „Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Und wenn es darum geht, Einsparungspotenziale ausfindig zu machen, sollten wohl besser diverse Förderungen, etwa für Güter- und Feldwege, hinterfragt werden. Deshalb fordert die AK Tirol in weiterer Konsequenz auch die Abschaffung des Partnerregresses, weil auch dieser unfair ist.“