Ende bei Grund- und Wohnspekulationen Tirol-Campus für Studenten
Steigende Kosten, die künstliche Verknappung von Wohnraum und Bauland, zunehmend mehr Menschen, die sich die Miete nicht mehr leisten, geschweige denn ein Eigenheim zur Absicherung im Alter schaffen können. „Es ist höchste Zeit für eine Trendumkehr. Wohnen muss in Tirol endlich jenen Stellenwert bekommen, den es als Grundrecht verdient“, stellte AK Präsident Erwin Zangerl im Rahmen der Vollversammlung fest. „Der Wohnbaulandesrat muss dringend aktiv werden. Schönwetterpolitik ist zu wenig, um die Probleme zu lösen.“
Zangerl erinnerte daran, dass Diözese Innsbruck, KAB Tirol, ÖGB Tirol und Arbeiterkammer Tirol die Forderung nach erschwinglichem Wohnen in Tirol im Rahmen eines gemeinsamen Schulterschlusses zum Landesfeiertag im März bekräftigt haben: „Es gibt nicht genug leistbare Wohnungen in Tirol. Deshalb braucht es eine echte Wohnbauoffensive mit mindestens 2.000 neuen Wohnungen pro Jahr.“
Zwei Mieten Ersparnis
Der AK Präsident verwies auf die AK Studie des Wohnbauexperten Luis Leiter, in der dieser ganz klar feststellt, dass bei den Baukosten in Tirol ein Einsparpotenzial von bis zu 15 Prozent liegt. Das würde bedeuten, dass sich die Tiroler beim Wohnen zwei Monatsmieten pro Jahr ersparen könnten. Wie groß diese Entlastung wäre, zeigt ein Vergleich: Eine neu zu besiedelnde 75-Quadratmeter-Wohnung kostet bei den Gemeinnützigen Bauvereinigungen rund 570 Euro pro Monat. Auf das Jahr gerechnet würde eine Familie um 1.140 Euro mehr Einkommen pro Jahr zur Verfügung haben, wenn die Einsparpotenziale beim Bauen genützt würden. Auf dem freien Markt würde die Ersparnis sogar 1.755 Euro pro Jahr ausmachen.
Zangerl: „Diese Mietenreduktion wäre ein einkommenspolitischer Meilenstein, wenn man bedenkt, dass die jährlichen Gehaltssteigerungen bei rund zwei Prozent liegen.“ Der AK Präsident verweist auf die Aussagen von Bischof Dr. Manfred Scheuer, der angemerkt hat, dass das Recht auf Wohnen ein fundamentales Menschenrecht ist.
Zangerl: „Die Arbeiterkammer Tirol fordert eine Offensive im sozialen Wohnbau. Es müssen in Tirol pro Jahr mindestens 2.000 neue Wohnungen errichtet werden, um die Spekulationen am Immobilienmarkt einzudämmen. Möglich ist das durch eine rigorose Zweckbindung der Tiroler Wohnbauförderung, sowohl der Zu-, als auch der Rückflüsse. Zudem ist eine Erhöhung der Wohnbauförderung dringend geboten. Wurde noch im Jahr 1991 über die Wohnbauförderung zu 65 % direkt gefördert, macht dieser Anteil heute weniger als 40 % aus. Stattdessen wurde der zeitlich befristete Annuitäten-Zuschuss eingeführt, der 2013 leider noch heruntergefahren wurde, was die Mieten in Zukunft wieder sprunghaft ansteigen lässt. Neben dem geförderten Wohnbau braucht es in Tirol auch mehr Eigentumswohnbau in den unterschiedlichen Varianten. Auch dabei ist auf Sparpotential zu achten.“
Keine Spekulation mit Wohnen
Der AK Präsident definierte auch einen Forderungskatalog an das Land: „Die künstliche Verknappung von Bauland bringt es mit sich, dass die Preise für Grundstücke und Wohnungen in Tirol in den letzten Jahren explodiert sind. Deshalb ist auch eine Spekulations- bzw. Baulandabgabe anzudenken, wie dies derzeit auch das Land Salzburg plant. Denn die von der Politik herbeigeredete Knappheit von Grund und Boden in Tirol stimmt nicht. Das hat die AK Studie von Prof. Huber klar belegt. Unabdingbar sind auch eine einheitliche Mietzinsbeihilfe mit gleichen Anspruchsvoraussetzungen und eine moderate Stützung der Betriebs- und Heizkosten, zumindest bei niedrigen Einkommen.“
Weiters regte Zangerl Grundstücks-Initiativen in den Tiroler Gemeinden an, etwa durch Vergabe von Baurechten. In diesem Zusammenhang schlug der AK Präsident den Bau von erschwinglichen Studentenheimen und -wohnungen im Rahmen eines Tirol-Campus samt verkehrstechnischer Anbindung an die Ausbildungsstätten vor. „Das würde den Preisdruck bei Wohnungen im Raum Innsbruck senken.“
