• 61,3 Prozent der Lehrlinge fühlen sich im Betrieb sehr wohl

    Wie ergeht es den Lehrlingen in den Tiroler Betrieben? Wie sehr können Sie von der jeweiligen Ausbildung profitieren? Antworten auf Fragen wie diese wollte die AK Tirol auch heuer wieder aus erster Hand erhalten – von Jugendlichen im 2. Lehrjahr im Rahmen des AK Lehrlingsbarometers 2014. Mehr als 400 Mädchen und Burschen aus allen Berufsgruppen und Regionen Tirols nahmen online an der Stimmungserhebung teil. Soviel vorweg: Im Großen und Ganzen waren sie recht zufrieden, Verbesserungsbedarf besteht aber mit Sicherheit bei der Ausbildung!

    Gutes Ergebnis.

    Hier die wichtigsten Details: Erfreuliche 61,3 % gaben an, sich in ihrem Betrieb sehr wohl zu fühlen, immerhin 12,7 % tun das aber überhaupt nicht. Mehr als die Hälfte der Befragten – 65,8 % – müssen Überstunden leisten, 14,8 % von ihnen sogar regelmäßig. 56,4 % bekommen Überstunden als Zeitausgleich vergütet. 7,5 % der Lehrlinge, die Überstunden machen, sehen jedoch weder Zeitausgleich noch Geld dafür.

    Ein äußerst positives Feedback geben die befragten Jugendlichen erneut ihren Ausbildern, 80,7 % fühlen sich sehr gut betreut. Mit dem richtigen Ausbilder ist man also schon einmal gut unterwegs. 15,4 % der Lehrlinge geben an, sich selbst für die Ausbildung stark machen zu müssen, sonst würden sie nichts lernen.

    Über die berufliche Zukunft wird im 2. Lehrjahr noch nicht viel geredet, nur bei 34,4 % erfolgt so etwas wie eine Karriereplanung gemeinsam mit dem Betrieb. Öffentliche Verkehrsmittel für die Fahrt zur Arbeit nutzen 37,9 %, um 4,8 % weniger als noch 2013. Ein relativ hoher Anteil von 29,7 % fährt weiterhin selbst mit Moped oder Auto zur Arbeit.

    Ausbildung ist wichtig.

    In einer offenen Frage konnten die Jugendlichen Vorschläge zur Verbesserung der Ausbildung anführen. Hier kam sehr oft der Wunsch zum Ausdruck, ernst genommen und gleich behandelt zu werden wie andere Mitarbeiter. Jugendliche wollen wahrgenommen werden. Auch mehr Gerechtigkeit unter den Mitarbeitern und ein besseres Betriebsklima wünschten sich die Lehrlinge immer wieder sowie mehr Zeit für die Ausbildung und fürs Erlernen bestimmter Fähigkeiten.

    Besonders auffällig war heuer, dass ihnen eine fundierte gute Fachausbildung wichtig ist. „Den Lehrling mehr in die Arbeit miteinbeziehen!“, „Mehr Verantwortung und Projekte für die persönliche Entwicklung in der Firma“ bzw. „Mehr fachliche Fragen stellen!“– so oder so ähnlich lauteten die Wünsche der Teilnehmer hinsichtlich ihrer Ausbildung. Einige Jugendliche führen an, dass sie den Eindruck haben, als billige Arbeitskräfte eingesetzt zu werden, und dass ihre Ausbildung niemanden interessiert. „Bevor ein Betrieb Lehrlinge ausbilden darf, sollte er einen Lehrplan vorlegen müssen“, schlägt ein Lehrling zur Problemlösung vor.