Einsparungen für AMS und Sozialeinrichtungen sofort stoppen
„In Zeiten von Rekordarbeitslosigkeit und einer ständig wachsenden Zahl an Menschen, die sich das tägliche Leben nicht mehr leisten können, ist es an Zynismus nicht zu überbieten, gerade jetzt die Bundesmittel für das AMS in Tirol überdurchschnittlich kürzen zu wollen“, kritisiert AK Präsident Erwin Zangerl die beabsichtige Vorgangsweise des Sozialministeriums. „Da gäbe es in den Wiener Zentralstellen sicher leichter Einsparpotenzial zu finden, als in Tirol bei Schulung und Qualifikation der Arbeitsuchenden.“
Zangerl: „Gänzlich unverständlich wird es dann, den Rotstift bei den Sozialeinrichtungen zu kürzen, die bereits jetzt Übermenschliches leisten müssen. Aus unserer täglichen Zusammenarbeit im Rahmen des AK Unterstützungsfonds wissen wir, welche Leistungen etwa das Dowas, die Beratungsstelle Barwo oder die Tiroler Schuldenberatung leisten. Die Zahl der Tiroler, die mit Mindestsicherung, Schuldenproblemen, Angst vor Wohnungsverlust oder mit gesundheitlichen Einschränkungen konfrontiert sind, nimmt laufend zu. Es darf nicht sein, dass die Politik Einsparungen auf dem Rücken dieser bereits jetzt vom Schicksal getroffenen Personengruppe vornimmt, und auf der anderen Seite Milliarden für die Banken vorhanden sind.“
Ein Sonderfall ist für den AK Präsidenten die geplante Kürzung bei der Schuldenberatung: „Die Tiroler Schuldenberatung wird derzeit vom Land mit 788.000 Euro, dem AMS mit 170.000 Euro und der AK Tirol mit 94.000 Euro finanziert. Es wäre das Mindeste, wenn die Tiroler Wirtschaftskammer endlich ihren Anteil an den Kosten übernimmt. Dann könnte die Schuldenberatung – auch trotz verminderter AMS-Mittel – ihre Leistungen aufrechterhalten. Die Bilanz der Schuldenberatung zeigt, dass fast ein Drittel der Klienten aus der Selbständigkeit – also als Unternehmer in die Schuldenfalle geraten sind.“
Zangerl: „Es ist an der Zeit für Rabentaten statt Rabengekrächze! Jetzt könnte die Wirtschaftskammer Tirol einmal wirklich etwas Vernünftiges UNTERNEHMEN – für die in die Krise geratenen Selbständigen! Denn sollte der AMS-Anteil bei der Schuldenberatung tatsächlich um ein Drittel zurückgefahren werden, verlängern sich die Wartezeiten für die Betroffenen weiter, und deren finanzielle Probleme türmen sich noch mehr auf.“
