• Geld weg – und trotzdem keine Küche:Firma kassierte 8.000 Euro Anzahlung und meldete danach Konkurs an

    Statt in der neuen 16.000-Euro-Küche kann eine Tiroler Familie leider nur vor Wut kochen. Vor Wut, dass man sich auf eine Bestellung von Küche samt Geräten bei der Firma „Herbert Dross GmbH“ in Schwaz, Mag.-Josef-Außerhofer-Straße 4, überhaupt eingelassen und sogar noch 8.000 Euro Anzahlung dafür geleistet hat. Das Geld ist weg, und die Traumküche mit allen Raffinessen gibts derzeit auch nur auf dem Papier.

    Dass das Unternehmen in massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte, erfuhren die Konsumenten erst, als es bereits zu spät war: Kurz nachdem die Anzahlung geflossen war, berichteten Medien von der Eröffnung des Konkursverfahrens mit 17. September. Die Verbindlichkeiten wurden laut KSV vorerst mit 460.000 Euro beziffert.

    Aufklärungsbedarf

    Hilfesuchend wandten sich die Küchen-Käufer an die AK Experten und schilderten einen Ablauf, der zumindest aufklärungsbedürftig ist: „Als Höchstpreis für eine Küche hatten die Konsumenten von Anfang an einen Betrag von 16.000 Euro genannt. Doch die vom Geschäftsführer in der Folge zusammengestellte Küche – zum Preis von 27.000 Euro – sprengte das veranschlagte Familienbudget der beiden jungen Leute bei weitem. Recht rasch wurde daraufhin eine Preisreduktion auf 16.000 Euro angeboten. Damit war die Küche plötzlich um stolze 11.000 Euro ,günstiger‘“, berichten die Konsumentenschützer der AK Tirol.

    Groß war da die Freude! An Schlimmes dachten die Kunden beileibe nicht. Auch nicht, als von ihnen für die Bestellung eine Anzahlung in Höhe von 50 % des Kaufpreises, also 8.000 Euro, verlangt – und schließlich auch bezahlt wurde. Nur wenig später mussten sie dann aus den Medien von der Insolvenzeröffnung erfahren.

    Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft

    „Aufgrund der Umstände rund um den Konkurs des Unternehmens und der kurz zuvor geleisteten Anzahlung ist eine detaillierte (straf-)rechtliche Abklärung dringend notwendig“, betonen die AK Konsumentenschützer. Der Innsbrucker Rechtsanwalt Dr. Michael Hohenauer hat im Auftrag der AK Tirol eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck eingebracht, damit die Abläufe kurz vor Insolvenzeröffnung auf möglicherweise strafrechtlich relevante Umstände genauestens überprüft werden können.

    Hotline für mögliche weitere Betroffene

    Es besteht der Verdacht, dass dies kein Einzelfall war, sondern dass es noch weiteren Kunden ähnlich ergangen sein könnte. Deshalb ersucht die AK Tirol mögliche weitere Betroffene, die ebenfalls kurz vor Konkurseröffnung am 17. September 2014 bei der „Herbert Dross GmbH, Mag.-Josef-Außerhofer-Straße 4, 6130 Schwaz“ Bestellungen abgegeben bzw. Verträge abgeschlossen und Zahlungen bzw. Anzahlungen geleistet haben, sich möglichst rasch unter der kostenlosen Hotline 0800/22 55 22 – 1818 zu melden.

    Achtung: Nicht betroffen von der Insolvenz und den geschilderten Umständen ist die Firma Küchen Dross Gesellschaft m.b.H., Michael-Pacher-Straße 2, 6300 Wörgl.

    Unabhängig von möglichen strafrechtlichen Konsequenzen wurde die gerichtliche Anmeldefrist im Konkursverfahren mit 27.10.2014 festgesetzt.